Kompetenz schafft
Perspektiven.

Ihr diwa Jobfinder

WM 2018: Regelkunde für Fortgeschrittene

Gefühlt letztes Jahr, tatsächlich aber im Juni 2014 (!!!)  hatten wir uns schon mit der Fußball WM in Brasilien beschäftigt.
Nun steht schon wieder eine Weltmeisterschaft an, aber es soll hier gar nicht darum gehen, ob „unsere Jungs“ den Titel verteidigen können oder wieviele Kästen Bier man für ein semi-public Viewing (sprich: 5 Freunde im heimischen Garten) kalt stellen muss. Wir nutzen die Gelegenheit, um auch den nicht fußballaffinen Mitmenschen einige Vorgänge auf dem Feld näherzubringen; damit können Sie sich ab 14. Juni 2018 als Fußballexperte behaupten, auch wenn Sie bisher von diesem Thema völlig unbeleckt sind. Sie möchten gerne in großer Runde souverän und fachmännisch mitreden? Wir haben die richtigen Erläuterungen für Sie. Für ein leichteres Verständnis der oft überaus komplexen Vorgänge und Regelwerke beziehen wir uns in den Erklärungen auf Alltagssituationen.

Fußballgeheimnis Nummer 1: Abseits – erklärt für gastfreundliche Menschen beiderlei Geschlechts:

Sie haben zu einer Feier in Ihr Haus (=Spielfeld)  eingeladen, in der Küche (=Strafraum)  ist ein köstliches Buffet (=Tor)  aufgebaut, das Buffet wird aber erst eröffnet, wenn alle Gäste (= Spieler) eingetrudelt sind. Um die Unversehrtheit der bereitgestellten Leckereien sicherzustellen (=den Kasten sauberhalten), patrouillieren 1-2 Kinder (=Abwehrspieler, die natürlich für diese Tätigkeit angemessen bis fürstlich entlohnt werden) vor dem Buffet. Sollte nun ein Gast (=Stürmer) die Küche betreten, an den wachenden Kindern vorbeieilen und sich dem Buffet nähern, ja sogar davon einen Happen nehmen – voilà => lupenreines Abseits und damit regelwidrig, der Gast wird der Küche verwiesen. Welche Konsequenzen Sie in dieser Situation ergreifen, bleibt Ihnen überlassen, auf dem Feld gibt der Schiedsrichter einen Freistoß.

Fußballgeheimnis Nummer 2: Videobeweis erklärt für Menschen mit Anhang

Menschen, die mit mehr als einer Person eine Behausung teilen, kennen das Problem:jemand plündert regelmäßig die Süßigkeitenvorräte im Küchenschrank, jemand lässt benutzte, nasse Handtücher immer auf dem Boden liegen, jemand verursacht wiederholt Kratzer am heiß geliebten, vermeintlich sicher in der Garage verstauten Fahrzeug …auf Nachfragen bekennt sich aber kein Mitbewohner/Familienmitglied schuldig? Das führt zu mitunter hitzigen Debatten und familiären Zerwürfnissen. Was das mit Fußball zu tun hat? Ähnlich ist es doch auf dem Spielfeld: schon immer gibt es heiße Diskussionen über  mehr oder weniger strittige Situationen bei Fußballspielen. Die Akteure sind hier zwar immer bekannt, allerdings ist die Aktion selbst der Streitpunkt. War der Ball wirklich drin? Also im Tor? War es ein Foul oder doch nur eine Schwalbe? Um diese Fragen eindeutig klären zu können, wurde vor einigen Jahren der Videobeweis eingeführt. Auch für Privathaushalte ist dies ein probates Mittel, um den Frieden wiederherzustellen;  ein Babyphon mit Videofunktion ist z.B. ganz hervorragend dazu geeignet, den Gatten in flagranti mit der Vollmilchtafel aufzuzeichnen oder minderjährige Mitbewohner beim Verwüsten des heimischen Badezimmers zu filmen und damit dingfest zu machen. Allerdings können findige Technikfreaks diese Methoden auch anwenden, um der Frau des Hauses nachzuweisen, dass das Autofahren mit Coffee-to-go-Becher in der Hand und das gleichzeitige Lippenstiftnachziehen kein brilliantes Multitasking ist...

Fußballgeheimnis Nummer 3: Linienrichter – erklärt für Eltern

Was machen eigentlich die Herren mit den hübschen Strümpfen und den lustigen Fahnen am Spielfeldrand? Sich hauptsächlich unbeliebt. Das sind die Linienrichter und diese können es kaum jemandem recht machen. Ständig haben sie etwas zu mäkeln, wedeln kleinkariert mit ihren ebensolchen Fahnen und treffen ständig Entscheidungen, die bei mindestens 12 (Spieler + Trainer der benachteiligten Mannschaft) bis mehreren Millionen Menschen (je nach Einschaltquote und Stadionauslastung) zu akuter und teilweise heftiger Unzufriedenheit führen. Dieser Unmut wird meist auch lautstark und mit eindeutigen Gesten untermalt kundgetan. Das kommt Ihnen bekannt vor? Sie wedeln mit Fahnen vermutlich nur im übertragenen Sinn, dies dafür recht häufig in folgenden Situationen: Ihr Kind kommt mit einer 6 in Mathe nachhause? => schulisches Abseits  => Fahne hoch! Ihr Kind verlässt im Dezember bei -8 Grad das Haus in Kapuzenpulli (cool, aber kalt) und Turnschuhen (angesagt & teuer, aber definitiv nicht wasserdicht) => Gesundheitliches Abseits => Fahne hoch! Ihre Kinder prügeln sich um die Nutzung der PS 2? => Foulspiel => Fahne hoch! Ihr pubertierender Sohn hört Westküstenrap der übelsten Sorte in nicht angemessener Lautstärke? => Aus! Aus! => Fahne hoch! Mit Ihren Entscheidungen machen Sie sich ähnlich unbeliebt, wie die Linienrichter am Spielfeldrand. Sie halten sie allerdings für richtig und notwendig. Daher mahnen Sie sich und Ihre Mitgucker der WM-Spiele zu ein wenig Verständnis für die armen Herren. Das Outfit ist ja nun wirklich grausam genug.


In diesem Sinne: König Fußball gibt sich die Ehre!