Wie gehe ich mit Rückschlägen um?

Azubiblog am 12.04.2016

Absagen, Absagen, Absagen und noch mehr Absagen.
Der Weg hin zum beruflichen Einstieg kann steiniger sein als einem lieb ist. 
Mein persönlicher Weg war geprägt von dem großen Fragezeichen nach dem Schulabschluss, unzählig geschriebenen Bewerbungen, vielen Absagen, missglückten Vorstellungsgesprächen und einer abgebrochenen Ausbildung.
Was war die Schulzeit doch für eine unbeschwerte, entspannte Zeit, rückblickend zumindest. Doch plötzlich schreibt man seine letzte Prüfung und bekommt sein Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt. Zwölf Jahre Schule einfach so vorbei. Und dann das ganz große Fragezeichen: „Was mache ich jetzt?“  

Gefühlt wusste jeder meiner Mitschüler, was er nach dem Abi machen will. Der eine beginnt eine Ausbildung, der andere geht studieren und dann gibt es die ganz mutigen, die das Abenteuer Ausland wagen. Man bekommt mit, wie alle anderen ihr Leben in die Hand nehmen und einem selbst fällt keine bessere Antwort ein als „Weiß noch nicht, mal gucken.“ Sehr deprimierende Sache muss ich sagen.

Nach Wochen der Ungewissheit, recherchieren im Internet, Besuchen bei der Berufsberatung, hatte ich endlich den scheinbar perfekten Ausbildungsberuf für mich gefunden. Also ran an die Tastatur und Bewerbungen schreiben. Siehe da, schon kamen ein Anruf, Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und kurz darauf war ich bereit für meinen ersten Arbeitstag. Wow, das war leichter als gedacht.

Doch dann kommt die ganz große Ernüchterung. Das was man sich von der Arbeit erhofft hat, ist nicht eingetreten. Es macht keinen Spaß und es liegt mir überhaupt nicht. Ich musste mich jeden Morgen erneut aus dem Bett quälen und wusste bereits vor Arbeitsbeginn, dass es kein guter Tag wird. Irgendwann musste ich mir dann eingestehen, dass ich gescheitert war und die Reißleine ziehen, bevor alles komplett den Bach runter geht.

Und plötzlich stand ich wieder da, mit dem großen Fragezeichen vor’m Kopf. Soll die ganze Quälerei etwa wieder von vorne losgehen? Sich einen neuen Ausbildungsberuf suchen, recherchieren, Bewerbungen schreiben, Bewerbungen schreiben, Bewerbungen schreiben?!? Und was soll das alles bringen? Man kassiert Absagen über Absagen und ist am Ende noch deprimierter.

Doch Selbstmitleid bringt einem an dieser Stelle überhaupt nichts. Andere für sein Unglück verantwortlich zu machen, noch weniger. Niemand da draußen serviert dir einen Ausbildungsplatz auf dem Silbertablett. Man muss etwas dafür tun und sich selbst und seinen Fähigkeiten Vertrauen schenken.
Man darf sich nicht ausschließlich an schlechten Erinnerungen festklammern und keine falsche Scheu davor haben, Fehler zu machen, sondern immer versuchen das Positive daraus zu ziehen, frei nach dem Motto: „Fehler sind dazu da, um gemacht zu werden!“

Ich habe also darüber nachgedacht, was ich schlecht gemacht habe und woran ich vielleicht in Zukunft arbeiten kann. 

Der erste Schritt dazu war, mir einzugestehen, dass meine Berufswahl die falsche war. Es hat mir gezeigt, was ich nicht möchte, was mir keinen Spaß macht und in welchem Bereich eher meine Stärken liegen.

Vor allem sollte man sich in diesem Zusammenhang nicht mit anderen vergleichen und sich grundlos klein reden, nur weil andere besser in einer Sache sind. Man ist eben wie man ist, kann manche Dinge nicht gut, dafür andere umso besser.

MEIN FAZIT:
Rückschläge gehören zum Leben dazu, sie sind aber kein Beinbruch. Fehler sind erlaubt und bringen einen für die Zukunft weiter. Immer das positive in den Dingen sehen und niemals den Kopf in den Sand stecken. Es wird immer Phasen geben, in denen es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, genauso werden aber wieder Zeiten kommen, in denen man für sein Durchhaltevermögen belohnt wird. Ich habe das Richtige für mich gefunden, ich weiß aber auch, dass ich noch oft Rückschläge bewältigen muss. So ist das Leben nun mal.

Viele Grüße eure Isabell

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