Wenn die Ausbildung eine Herzensangelegenheit wird

News am 04.12.2017

Wenn es um Auszubildende geht sind Joachim Priessnitz und Sandra Claus ein eingespieltes Team. Als Jurymitglieder unterstützen sie Jahr für Jahr den renommierten Wettbewerb „Young Professionals“. Sie treffen sich in Arbeitskreisen, begleiten die Prüfungen und werten die eingereichten Arbeiten der angehenden Profis des Dialogmarketings aus. Doch das ist noch längst nicht alles!  Sie nehmen die Azubis auch gerne an die Hand und geben wichtige Hilfestellungen. „Azubis sind unsere Zukunft“, sagt der Contact Center Manager von Transgourmet, der sich gerne als Mentor zur Verfügung stellt. Und warum Sandra Claus der Wettbewerb seit Jahren am Herzen liegt? „Eine Ausbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft“, sagt die Prokuristin. Seit diesem November haben beide Unternehmen mit einer gemeinsamen Facebookseite eine neue Plattform ins Leben gerufen, um die Ausbildung und den Wettbewerb Young Professionals zu unterstützen. Ein guter Anlass für ein persönliches Gespräch … 
Warum ist das Thema Ausbildung für Sie so wichtig?
JP: Wir wollen unser Knowhow weitergeben, um unser eigenes Geschäftsmodell voranzutreiben. Unsere Erfahrung zeigt: Die Entwicklung der Managementpositionen geht am besten aus den eigenen Reihen mit jungen Menschen, die alles von der Pieke an lernen. Das beste Beispiel bietet der Geschäftsführer von Transgourmet. Er hat vor vielen Jahren hier gelernt und heute leitet er das Unternehmen mit 20.000 Mitarbeitern. Der zweite wichtige Parameter ist, die Branche aus einem Nischendasein in den Mittelpunkt zu rücken. Wir wollen uns von den schwarzen Schafen distanzieren und mit einem Ausbildungsberuf schafft und verlangt man Seriosität. 
SC: Die Personaldienstleistung und Callcenter Branche haben etliche Parallelen. Das haben wir während unserer Zusammenarbeit mehrfach festgestellt (lacht). diwa bildet aus, um jungen Menschen die Komplexität der Branche zu vermitteln. Wir wollen sicherlich auch über qualifizierte Nachwuchskräfte verfügen, so ist die Ausbildung eine gute Investition auch in unsere eigene Zukunft! Mit der Übernahme unserer eigenen Auszubildenden haben wir bisher in jedem Bereich sehr gute Erfahrungen gemacht. 
Was ist das Wichtigste, was eine Ausbildung vermittelt?
SC: In einer Ausbildung erlernt man grundlegendes Werkzeug für das ganze Leben. Man muss sich strukturieren, man muss sich organisieren, man lernt aber auch den richtigen Umgang, denn in einem Team muss man auf die Kollegen immer Rücksicht nehmen. 
JP: Im Berufsleben gibt es bestimmte Abläufe, Strukturen und Regeln, die für alle gelten. Wobei wir auch feststellen, dass es in der Erwartungshaltung verschiedener Generationen Unterschiede gibt. 
… welche Unterschiede? 
JP: Heutzutage suchen junge Leute die Lösung meistens in der Gruppe. Das führt oft zu längeren Prozessen. Die Alleinentscheider, die Patriarchen der älteren Generationen, gehören inzwischen fast ausnahmslos der Vergangenheit an. Obwohl das Erlernen der Strukturen immer noch zu den wichtigsten Aufgaben in der Ausbildung zählt, dürfen wir nicht außer  Acht lassen, wie sich die Werte allgemein verändert haben. Mitarbeiter suchen vermehrt die persönliche Anerkennung und die Bestätigung im Vieraugengespräch. So sind nicht nur die Azubis gefordert. Auch in einer Führungsposition lernt man stetig dazu. Wir müssen die Mitarbeiter verstehen und ihnen das geben, was  sie suchen. 
Können Sie sich noch an die größte Schwierigkeit Ihrer eigenen Ausbildung erinnern?
SC: Während meines dualen Studiums der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Handel habe ich sehr viele praktische Erfahrungen sammeln dürfen. Als Erstes durfte ich da arbeiten, wo der Weg aller Produkte beginnt, nämlich im Lager. Meine ersten Erfahrungen der Ausbildung bei der Parfümeriekette Douglas waren: Lager fegen und Kartons auspacken. Das hatte, gegen meine Erwartungen, nicht viel mit Glamour zu tun (lacht). Doch Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre, im Nachhinein fand ich das wirklich toll. Ich wurde überall eingesetzt und konnte somit alles kennenlernen. Ich habe im Verkauf gearbeitet, durfte kassieren und kam viel später dahin, wo ich eigentlich hin wollte, ins Personalwesen. 
JP: Mein Traumberuf stand für mich bereits mit fünf Jahren fest. Ich wollte unbedingt Koch werden. Mit 15 Jahren konnte ich endlich die Ausbildung antreten. Meine Eltern haben mich auf alle Konsequenzen des Berufs, vom rauen Umgangston bis zur 70-Stunden-Woche, aufmerksam gemacht und versprachen mir ihre Unterstützung, wenn ich mich nicht beschwere.  Das hat bei mir zunächst zu großen Irritationen geführt, denn, wie ich es am ersten Tag feststellen konnte, meine Vorstellung und die gelebte Praxis hatten wenig miteinander zu tun. Dennoch wollte ich es durchziehen. Die Ausbildung war hart, sie hilft mir allerdings bis heute. 
… wobei genau?
JP: Köche sind sehr gut organisiert. Du musst mit deinen Gerichten und Beilagen zu einer bestimmten Zeit fertig werden, sie aufeinander abstimmen. Das lässt sich auch mit Management sehr gut vergleichen, wo man die vielfältigen Aufgaben auch strategisch und zielorientiert abarbeiten muss. Eine klassische Ausbildung ist eine gute Basis für alle Bereiche des Lebens. 
SC: Das kann ich nur bestätigen. Ich weiß bis heute wie die Sorgen und Nöten bei den Mitarbeitern in einem Lager oder an einer Kasse aussehen. 
Hat man irgendwann „fertiggelernt“?
JP: Nie! Mit 39 Jahren habe ich mit einem mehrjährigen Studium des Servicecenter-Managements angefangen (lacht).  Ich wollte meine Arbeit wissenschaftlich untermauern. Doch ein Studium hat immer etwas mit dem persönlichen Anspruch zu tun. 
Sie beide nehmen, inzwischen traditionell, in der Jury des Young Professionals Wettbewerbs Platz. Hier werden jährlich die besten Kauffrauen und Kaufmänner des Dialogmarketings gesucht. Was ist Ihre Motivation für diese zeitintensive Aufgabe?
SC: Unser Engagement hat viel mit Wertschätzung jungen Talenten gegenüber zu tun. Im Vorfeld des Wettbewerbs werden Filme gedreht, es werden Modelle gebaut, die Kreativität der eingereichten Arbeiten kennt kaum Grenzen. Wir wollen zeigen, dass sich Engagement auszahlt. Wir wollen auch junge Leute unterstützen, die den Mut haben, sich öffentlich messen zu lassen. Es geht aber auch darum, dass wir das Image der Branche ein Stück weit hervorheben wollen. 
JP: Ich hatte im Leben oft Glück, denn immer wenn ich einen Mentor gebraucht habe, war jemand da und stand mir mit wichtigen Ratschlägen zur Seite. Das hat mich geprägt. Ich möchte genau das weitergeben, das bin ich jungen Leuten einfach schuldig. 
Kann man als Jury Mitglied von den Bewerbern etwas lernen?
SC: Unbedingt! Die Begeisterungsfähigkeit der Teilnehmer finde ich jedes Mal beispielhaft und motivierend. Wir lernen von den Teilnehmern und erfahren eine Menge über die jungen Leute und ihre Generation.  Wo ihre Sorgen sind, was sie bewegt … 
JP: Man kann sehr viel lernen und aus allen Bereichen etwas rausziehen. Diese Menschen opfern für den Wettbewerb ihre Freizeit. Sie sind motiviert und haben eine Vision darüber, wo sie hinwollen. Das beeindruckt mich jedes Jahr. 
Sie setzen sich mit der Ausbildung seit Jahren auseinander. Für wen ist sie am besten geeignet? Welche Attribute sollte man mitbringen?
JP: Der Berufszweig ist für jeden geeignet! Dialogmarketing besteht nicht ausschließlich aus der Arbeit am Telefon. Die Aufgaben sind so bunt geworden! Im Zeitalter der Digitalisierung wird der persönliche Kontakt immer wichtiger. Zuerst muss man sich die Frage stellen: Wie kommunizieren wir mit unserem Gegenüber? Welcher Kanal ist am geeignetsten? Die Kommunikation am Telefon, per WhatsApp, oder via Email lassen unterschiedliche Charakterzüge zu. Zudem sind Callcenter heute eigene, komplette Unternehmen, die von der Buchhaltung über Marketing bis zur Personalabteilung alles bieten. Hier kann sich jeder entfalten. 
SC: Auch während des Wettbewerbs lernen wir eine sehr heterogene Gruppe kennen.
Was würde passieren, wenn man die Servicecenter deutschlandweit für einen Tag abschaltet?
JP: Dann würde Deutschland stillstehen. Notrufnummern, Werkstätten, Auskünfte… es geht nichts ohne Servicecenter. In unserer Branche sind deutschlandweit eine halbe Million Menschen beschäftigt. 
Was ist das Besondere in Ihrem Unternehmen im Umgang mit den Azubis?
SC: Unsere Azubis bekommen sehr früh Verantwortung. Das ist durchaus gewollt. Es soll aber mit einem besonderen Projekt auch die Kreativität der jungen Kollegen gefördert werden. Mit Unterstützung erfahrener Mitarbeiter betreuen unsere Azubis eine eigene Facebook-Seite. Sie erstellen eigenständig Contentpläne und organisieren selbstbewusst ihre Redaktionskonferenzen. Wir begegnen unserer Auszubildenden auf Augenhöhe. 
JP: Wir setzen auf Authentizität. Unsere Azubis sind Kollegen und gleichzeitig sind sie unsere Multiplikatoren. Wenn Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld zufrieden sind, kommt das automatisch bei den Kunden an. Azubis sind unsere Zukunft.

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