„Sport ist ein Instrument, das Menschen verbindet“

Engagement am 12.06.2018

Marko Pesic, der Geschäftsführer des FC Bayern Basketball, im Gespräch:
Der FC Bayern München setzt als Verein seit Jahren Maßstäbe. An der großen Erfolgsgeschichte schreiben inzwischen auch die Basketballer fleißig mit. Die „Mission Aufstieg“ gelang 2011, drei Jahre später feierten die Bayern die Deutsche Meisterschaft in der BBL. Kürzlich machte der Club – mit dem Pokal-Sieg und der Deutschen Meisterschaft 2018 – sogar das Double perfekt. Der Club zählt nicht nur auf dem Platz zu den Besten:  Im Bereich Social Media stellen die Rot-Weißen Rekorde auf und ein neu geschaffener Business Circle sorgt abseits des Feldes für Furore. Eine Plattform, die auch diwa als Partner nutzt. Wir sprachen mit FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic über die „beste Sportart der Welt“, die Strahlkraft des Vereins und einen Business Circle mit Zukunft.

Warum ist Basketball die beste Sportart der Welt?
Marko Pesic: Auf diese Frage kann ich leider keine objektive Antwort geben (lacht). Diese Sportart bestimmt mein ganzes Leben. Basketball ist dynamisch und schnell, zudem sind die Zuschauer ganz nah dran.
Wie weit reicht die Strahlkraft des Sports?
Marko Pesic: Sport ist ein Instrument, das Menschen verbindet. Wenn man sich beispielsweise in unserem Umfeld umschaut, sieht man eine Mannschaft mit verschiedenen Nationalitäten, unterschiedlichen Charakteren und eine gewisse Diversifikation bei den Fans. Die Besonderheit einer Mannschaftssportart ist der Teamgeist. Spieler, die gut zusammenarbeiten und als Team vom Trainer perfekt eingestellt werden, sind auch erfolgreich. Diese Aussage gilt im Profisport, wie im Breitensport und kann meiner Meinung nach auf jede Arbeitssituation übertragen werden.
… inwiefern?
Marko Pesic: Beim Basketball geht es nicht nur um die körperliche Betätigung. In einem Mannschaftsgefüge müssen zwölf Spieler miteinander harmonieren. Die Sportler kommen alle aus unterschiedlichen Kulturen, auch aus verschiedenen sozialen Verhältnissen und haben persönlich definierte Ziele. Jeder muss lernen, innerhalb unserer Gemeinschaft seinen Platz zu finden und in einer bestimmten Rolle zu funktionieren.
Wie groß ist die Begeisterung für FCBB außerhalb Münchens?
Marko Pesic: Es ist bemerkenswert, wenn wir im Norden spielen und sehen, wie viele Fans unser Team in Bremen oder Oldenburg hat. Unsere Anhänger kommen immer in großen Gruppen und flippen regelrecht aus, wenn sie die Möglichkeit haben, „ihre Bayern“ zu erleben. Es ist schön zu sehen, dass unser Verein nicht nur regional funktioniert. Der FCBB ist auch national von großer Bedeutung und mittlerweile genießen neben dem Fußball auch unsere Basketballer große internationale Anerkennung.
Was haben die Basketballer von den Fußballern gelernt?
Marko Pesic: Vom Fußball können wir vieles lernen, wobei hier auch weiterhin jeder Vergleich hinkt. Die Sportarten sprechen unterschiedliche Zielgruppen an, ein anderes Klientel bedeutet auch andere Fans, was für die Marke Bayern München sehr wichtig ist. In der Fußballabteilung arbeiten 400 Mitarbeiter, bei uns sind es 30. Ein Erfolg, denn als ich hier angefangen habe, waren wir zu siebt. Man darf nicht vergessen, dass auch die Fußballer mehr als 50 Jahre gebraucht haben, um dahin zu kommen, wo sie heute sind. Wir schauen natürlich immer sehr gerne in Richtung Fußball. Doch wir haben unseren eigenen Weg gefunden und den gehen wir konsequent.
Was kann Basketball dem Fußball vormachen?
Marko Pesic: Uns zeichnet eine ganz andere Nähe zu den Spielern und zum Geschehen allgemein aus. Nach dem Abpfiff schreiben unsere Spieler zahlreiche Autogramme und klatschen auch gerne Menschen aus dem Publikum ab. Im Stadion ist alles viel weiter weg, diese Nähe ist im Fußball nicht möglich. Das sehe ich als kleinen Vorteil für uns.
Wenn FC Bayern draufsteht – steckt ein Hoeneß drin. Wieviel Uli Hoeneß steckt im Basketball?
Marko Pesic: Uli Hoeneß unterstützt uns vor allem in strategischen Fragen. Ohne ihn wären wir nicht das, was wir sind. Doch er hat zu seinen Mitarbeitern sehr viel Vertrauen und lässt uns auch unseren eigenen Weg gehen. Mit ihm zu arbeiten macht sehr viel Spaß.
Wann darf sich ein Club als Traditionsclub bezeichnen?
Marko Pesic: Jeder Verein sollte eine gewisse eigene Kultur entwickeln, die bekanntlich Zeit braucht. Wir spielen seit einigen Jahren wieder oben mit. Das ist das Ergebnis der Professionalisierung in allen Bereichen. Unsere Abteilung wurde allerdings schon vor 70 Jahren gegründet und hat damals sowohl die Meisterschaft, als auch den Pokalwettbewerb gewonnen. An Tradition fehlt es bei uns keinesfalls.
Welchen Stellenwert hat der eigene Nachwuchs?
Marko Pesic: Medial sind die Profis der ersten Mannschaft mehr präsent, doch unser Nachwuchs spielt bei uns eine sehr wichtige Rolle. Auf die Entwicklung der Jugend legen wir großen Wert. In den letzten drei Jahren ist der FCBB zweimal Deutscher Meister U19 und dreimal Deutscher Meister U14 geworden. Der Nachwuchs liegt uns sehr am Herzen, inzwischen spielen mehrere Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen bei unseren Profis.
Auch im Bereich Sponsoring geht FCBB einen eigenen Weg. Der Business Circle soll mehr als ein reiner Sponsorenpool sein…
Marko Pesic: Auch hier haben wir unsere eigene Philosophie. Im Sponsorenbereich sind wir mit mehreren großen Partnern sehr gut aufgestellt. In der Zusammenarbeit haben wir gemerkt, dass sich auch die Erwartungen der Sponsoren ändern. Früher haben die Partner fast ausschließlich auf Werbung Wert gelegt. Später kam die Kommunikation via Social Media dazu und heute wollen die Firmen unsere Räumlichkeiten als B2B-Plattform nutzen. Es geht also nicht mehr ausschließlich um Sichtbarkeit und Bekanntheitsgrad, es geht auch darum Netzwerke für die Entwicklung neuer Geschäftsideen zu nutzen. Dazu bieten wir in der Halle, in unseren VIP-Räumlichkeiten und mit zahlreichen eigenen Veranstaltungen sowie mit Side-Events eine attraktive Plattform. Sport wirkt dabei wie ein Kleber, der Menschen zusammenbringt.
Funktioniert die eigene Philosophie?
Marko Pesic: Der FCBB Business Circle ist seit seiner Gründung 2016 ein großer Erfolg. Wir sind jetzt im zweiten Jahr und mittlerweile haben einige unserer Mitglieder, die sich im Business Circle kennengelernt haben, gemeinsame Geschäftsideen entwickelt und daraus neue Firmen gegründet.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitglieder aus?
Marko Pesic: Die Mischung macht die Musik. Hunderte von Steuerberatern oder Rechtsanwälten zusammenzubringen, macht ja keinen Sinn. Wir haben dafür gesorgt, dass unsere Mitglieder in unterschiedlichsten Branchen zuhause sind. Wenn ich als Geschäftsführer eines Basketball Clubs neue Impulse brauche, schaue ich, wie die Leute im Eishockey arbeiten. Für einen Steuerberater könnte es hilfreich sein, wenn er sieht, wie zum Beispiel ein Handwerker arbeitet. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen sollen hier aufeinandertreffen und sich gegenseitig befruchten.
Beim Sport träumt man von Titeln und Trophäen. Wie sieht Ihr Traum für die Zukunft des Business Circle aus?
Marko Pesic: Unsere Aufgabe ist es, dieses Produkt für unsere Mitglieder interessant zu halten. Wir wollen nicht größer werden, wir wollen einfach nur besser sein – und weiterhin etwas Besonderes bieten. Mein Ziel ist, dass der FCBB Business Circle „die“ Sportnetzwerkveranstaltung Deutschlands wird. Wir sind bereits auf einem guten Weg.

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