„Ich habe keine Barrieren im Kopf!“

News am 15.06.2018

Sie waren die erste Praktikantin der Geschäftsstelle München. Wie kam es dazu?
Büsra Kaplan: Ich habe meine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation erfolgreich abgeschlossen. Seit meiner Geburt lebe ich mit einer körperlichen Einschränkung.  Es war sicherlich nicht immer leicht, doch ich habe mich durchgesetzt und das passende für mich gefunden. Büroarbeit macht mir richtig Spaß. Schon während der Ausbildung im Bildungswerk wusste ich, dass ich später gerne etwas machen möchte, was mit Menschen zu tun hat. Auch das Thema Personaldienstleistung fand ich spannend. Mein Ansprechpartner vom Integrationsdienst hat mich auf das Unternehmen aufmerksam gemacht. Dann kam ich ganz schnell in Kontakt mit dem Inklusionsbeauftragten Robert Freumuth und einige Wochen später konnte ich mein Praktikum bei der diwa beginnen. Jetzt, ein halbes Jahr später, bin ich fest angestellt.

Wie sind Sie aufgenommen worden?
Büsra Kaplan: Sehr freundlich! Ich habe schnell alle Kollegen der Niederlassung und der Hauptverwaltung kennengelernt. Ich dachte schon am ersten Tag: Es wird eine gute Arbeitsatmosphäre!

Haben Sie sich die Arbeit bei der diwa Geschäftsstelle München im Vorfeld genauso vorgestellt?
Büsra Kaplan: Ich dachte ursprünglich, dass mich mein Praktikum auch durch andere Bereiche, wie die Buchhaltung oder das Marketing, führen wird. 

Doch dann kam ich direkt zu den Disponenten und da bin ich auch geblieben. Die Kollegen bringen mir nicht nur etwas bei, ich kann sie auch aktiv unterstützen, indem ich Profile erstelle oder Interviews mit Bewerbern führe. Jetzt möchte ich meinen Aufgabenbereich nicht mehr wechseln!

Was gefällt Ihnen an der Aufgabe besonders?
Büsra Kaplan: Du hast hier jeden Tag mit unterschiedlichen Menschen zu tun. Diese Vielfalt mag ich. Auch habe ich eine besondere Freude daran, die gleiche Aufgabe immer wieder neu anzugehen. 

Sie sind teilweise auf einen Rollstuhl angewiesen. Wie reagieren die Bewerber auf Sie?
Büsra Kaplan: Die Reaktionen sind ganz normal. Wenn ich auf meine Einschränkung angesprochen werde, rede ich offen darüber. Ich bin mit der Krankheit, die man im Volksmund Glasknochenkrankheit nennt, aufgewachsen. Zum Glück haben sich Knochen und Muskulatur inzwischen stabilisiert. Mit dem Thema gehe ich immer sehr offen um, denn an Tatsachen kann ich wenig ändern. Ich konzentriere mich einfach darauf was ich kann und nicht darauf wozu ich vielleicht nicht in der Lage bin.

Wie sieht Ihr Aufgabenbereich aus?
Büsra Kaplan: Ich erfasse die Bewerber, arbeite aktiv im L1, führe Interviews und kümmere mich um die Ablage.

Was hat Sie am positivsten überrascht?
Büsra Kaplan: Als ausgebildete Kauffrau für Bürokommunikation waren mir sehr viele Aufgaben vertraut. Doch im Personalwesen bin ich eine Quereinsteigerin und lerne hier jeden Tag etwas dazu. Das macht mir sehr viel Spaß. Doch am meisten hat mich hier die familiäre Atmosphäre und das freundschaftliche Miteinander beeindruckt.

Was war Ihre bisher spannendste Aufgabe?
Büsra Kaplan: Ich durfte mit Robert Freumuth zum Integrationstag des BFW‘s mit der anschließenden Zeitarbeitsmesse. Hier konnte ich mit zahlreichen potentiellen Bewerbern sprechen und das Unternehmen vertreten.

Was finden Sie am schönsten an der Personaldienstleistung?
Büsra Kaplan: Ich finde, ich bin hier gut angekommen. Im Moment macht mir hier alles Spaß!

Wie finden Sie unsere Kampagne siegertyp.rocks?
Büsra Kaplan: Ich finde es sehr schön, dass man bei diwa nicht einseitig denkt und sich auch auf Leute mit Handicap einlässt. Es ist in der Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich. Die Einstellung des Unternehmens und die ganze Aktion hat auf jeden Fall meinen Respekt.

Sie sprechen offen über Ihr Handicap. Doch welche Barrieren müssen Menschen mit körperlichen Einschränkungen hauptsächlich überwinden?
Büsra Kaplan: Wenn man mit einer Einschränkung aufgewachsen ist, dann kennt man seinen Ablauf schon seit vielen Jahren. Wenn man allerdings mitten im Leben einen Unfall erleidet, dann ist es etwas ganz anderes. Dann muss man alles neu lernen und braucht dabei den Respekt und die Unterstützung der Gesellschaft. „Nobody is perfect“, sage ich immer. Jeder Mensch hat auch mal schlechte Tage. Doch wenn die Kollegen, die dir gegenüber sitzen, nett und positiv sind, dann ist schnell wieder alles in bester Ordnung. Die räumlichen Barrieren lassen sich in München gut überwinden. Und wenn es mal keinen Fahrstuhl oder Rampe in Sichtweite gibt, dann bitte ich die Leute einfach um Hilfe. Wenn man Menschen freundlich begegnet, erfährt man auch Freundlichkeit. Ich habe keine Barrieren im Kopf!

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